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Wickram, Jörg

Das Rollwagenbüchlin.

München, Hans v. Weber 1913

19,5 x 14,5 cm. 264 Seiten. Orig.-Pergamentband mit Rückentitel, Deckelsignet und Fileten, Kopfgolgschnitt. In Orig.-Schuber. (Signiert: H. Fikentscher, Leipzig). - 15. Hundertdruck, eines von 100 nummerierten Exemplaren. Gedruckt mit Egenolffischen Schriften auf Hundertbütten. - Das Buch Das Rollwagenbüchlin von Jörg Wickram gehört zu den frühen deutschsprachigen Prosawerken des 16. Jahrhunderts und ist als moralisch-didaktische Erzählung angelegt. Im Mittelpunkt steht das Schicksal eines jungen Mannes, der - sinnbildlich als „Rollwagenbüchlein“ erzählt - auf den Wegen des Lebens unterwegs ist und dabei immer wieder mit Versuchungen, Irrwegen und menschlichen Schwächen konfrontiert wird. Wickram schildert in locker aneinandergereihten Episoden die Erfahrungen des Protagonisten, der durch Neugier, Leichtsinn und falsche Gesellschaft in Bedrängnis gerät, aber zugleich Gelegenheit erhält, aus Fehlern zu lernen. Das Leben erscheint als eine Reise, auf der Tugend, Maß und Gottesfurcht den sicheren Weg weisen, während Übermut, Gier und Unbesonnenheit unweigerlich zu Fallstricken führen. Typisch für Wickram ist dabei die Verbindung von anschaulicher Alltagsschilderung mit klarer moralischer Ausrichtung. Die Figuren sind keine abstrakten Allegorien, sondern lebensnahe Gestalten, deren Handeln dem Leser als warnendes oder vorbildliches Beispiel dienen soll. Das Rollwagenbüchlin vermittelt somit eine praktische Lebenslehre für ein bürgerliches Publikum der frühen Neuzeit. In verständlicher Sprache und mit erzählerischer Lebendigkeit zeigt Wickram, wie menschliches Verhalten Konsequenzen nach sich zieht und wie Einsicht, Reue und sittliche Ordnung zu einem gefestigten Leben führen können. Die Erzählung steht exemplarisch für Wickrams Anliegen, Unterhaltung und Belehrung zu verbinden und moralische Orientierung im Alltag zu geben. - Neuwertiges Exemplar in einem signierten Handeinband von H. Fikentscher. - Rodenberg 412.

€ 1.200,-

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