top of page

Schreyer, Lothar

Kreuzigung. Spielgang Werk VII

Hamburg, Werkstatt der Kampfbühne 1920

32 x 44 cm. 78 einseitig bedruckte Blatt in Orig.- Holzschnitt, davon 76 handkoloriert. Schwarzer Orig.- Pappband. In Orig.-Pappschuber mit montiertem Titelschild. - "Spielgang Kreuzigung" zählt ganz zweifellos zu den bedeutendesten Werken expressionistischen Buchschaffens. Vollständige, partiturähnliche Regieanweisung des Weihespiels "Kreuzigung", dass im April 1920 uraufgeführt wurde. Lothar Schreyer wird 1921 als Meister an das Bauhaus berufen, wo er die Bühnenwerkstatt leitet. Er arbeitet ab 1914 mit Herwarth Walden, dem Leiter der Galerie "Der Sturm" in Berlin zusammen. Schreyer und Walden gründen gemeinsam 1918 eine expressionistische Versuchsbühne mit dem Namen "Sturm-Bühne". Bisher war wenig bekannt, daß die großen Holzschnitte von dem Hamburger Künstler Max Olderock (1895-1972) geschnitten wurden. Die gesamte Auflage wurde von den Orig.- Holzstöcken abgezogen und handkoloriert. Laut Impressum erschien das Werk in 500 Exemplaren. Die außerordentliche Seltenheit der Veröffentlichung legt jedoch nahe, dass die Auflage vermutlich nicht annähernd ausgedruckt wurde. Tadellos erhalten. - Raabe 268/6.

€ 9.800,-

Impressum     Datenschutz     AGB

Bibliophile Bücher sind weit mehr als Träger von Text – sie sind Ausdruck höchster Handwerkskunst und künstlerischer Gestaltung. In unserem Antiquariat finden sich herausragende Werke, die durch ihren kunstvollen Einband, ihre außergewöhnliche Typografie und bedeutenden Verfasser beeindrucken. Viele dieser Ausgaben stammen aus renommierten Pressen wie der Bremer Presse, der Doves Press, der Cranach Presse, Hundertdruck oder der Officina Bodoni – Druckstätten, die sich der buchkünstlerischen Vollendung verschrieben haben.

 

Ein besonderes Augenmerk gilt den Einbänden, die in meisterlichen Werkstätten entstanden sind: Etwa durch Otto Dorfner, dessen streng klassizistische Einbandkunst aus Weimar bis heute Maßstäbe setzt, oder durch Frieda Thiersch, deren fein gearbeitete Leder- und Pergamenteinbände mit Prägungen und goldgeprägtem Rücken zum Schönsten gehören, was die deutsche Buchbindekunst hervorgebracht hat. Auch Arbeiten von E. A. Enders oder Hübel & Denck zeigen höchste Kunstfertigkeit in Materialwahl und Verarbeitung – von Halbleder über Ganzleder bis hin zu geprägtem Pergament mit handgezogenen Kapitalbändern und vergoldetem Schnitt.

 

Dieser Bücher sind in kleinen Auflagen erschienen, reich illustriert mit Originalgrafik, Holzschnitten oder Kupferstichen. Klassiker wie Goethes Faust, Schillers Räuber, Rilkes Sonette oder Werke von Oscar Wilde und Stéphane Mallarmé erscheinen so als Gesamtkunstwerk – Typografie, Illustration und Einband in vollendeter Harmonie. Solche Bücher sind nicht nur literarische Schätze, sondern auch haptisch und visuell eindrucksvolle Kunstobjekte – geschaffen für Menschen, die Schönheit und Qualität zu schätzen wissen.

bottom of page