



Mann, Thomas
Der Zauberberg. Roman. Hundertste Auflage. Portrait von Thomas Mann in Rötel. 2 Bände
Berlin, S. Fischer Verlag (1928)
19 x 12,7 cm. XXXVII,578,629 Seiten. Orig.-Halbpergamentbände mit Rückentitel und Vergoldung, Kopfgoldschnitt. - Die 100. Auflage erschien als nummerierte und von Thomas Mann signierte Jubiläumsausgabe in 1000 Exemplaren. Mit einem Geleitwort von Hans Reisinger und einer Bildniszeichnung von Olaf Gulbransson. Die Einbandgestaltung nach einem Entwurf von E. R. Weiß. - Der Zauberberg von Thomas Mann erzählt die Geschichte des jungen Hans Castorp, eines eher unauffälligen Hamburger Ingenieurs, der seinen lungenkranken Vetter Joachim Ziemßen in einem Sanatorium im schweizerischen Davos besucht. Was als kurzer Aufenthalt von drei Wochen geplant ist, entwickelt sich zu einem siebenjährigen Aufenthalt, da bei Hans selbst eine Erkrankung diagnostiziert wird. Im abgeschlossenen Mikrokosmos des Sanatoriums erlebt Hans eine tiefgreifende geistige und persönliche Entwicklung. Die Welt „oben auf dem Berg“ folgt eigenen Regeln, in denen Zeit ihre gewohnte Bedeutung verliert und die Patienten sich in einem Zustand zwischen Leben und Tod befinden. Hans begegnet verschiedenen Figuren, die unterschiedliche geistige Strömungen und Weltanschauungen verkörpern. Besonders prägend sind seine Auseinandersetzungen mit dem humanistisch gesinnten Settembrini und dem radikaleren Naphta, deren gegensätzliche Ideen über Fortschritt, Religion und Politik Hans' Denken formen. Zugleich spielt die Faszination für die geheimnisvolle Clawdia Chauchat eine wichtige Rolle in seiner Entwicklung. Seine Gefühle für sie verbinden sich mit einer zunehmenden Beschäftigung mit Krankheit, Tod und der Vergänglichkeit des Lebens. In dieser Zeit wird Hans immer stärker in philosophische und existenzielle Fragen hineingezogen, die den Roman prägen. Der „Zauberberg“ steht dabei symbolisch für einen Ort der Entrückung von der „flachen“ Welt des Alltags, an dem sich die geistigen Strömungen Europas vor dem Ersten Weltkrieg verdichten. Schließlich wird Hans aus dieser abgeschlossenen Welt herausgerissen, als der Krieg ausbricht. Er verlässt das Sanatorium und zieht in den Krieg, wodurch seine lange Phase der Isolation endet. Sein weiteres Schicksal bleibt offen, doch deutet der Roman an, dass er in den Wirren des Krieges untergehen könnte. - Sehr schönes Exemplar der gesuchten Veröffentlichung. - Potempa D 3.3.
