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Kleist, Heinrich v.

Robert Guiskard Herzog der Normänner. Fragment von Heinrich von Kleist.

Tölz, Bremer Presse (1919)

27 x 18 cm. 36 Seiten. Orig.-Pergamentband mit Rückentitel. In Orig.-Schuber. (Signiert: Roland Meuter, Ascona). - 4. Druck der Bremer Presse, eines von 270 nummerierten Exemplaren auf starkem van Gelder-Bütten. - Robert Guiskard, Herzog der Normänner ist ein dramatisches Fragment Heinrich von Kleists, das den historischen Normannenfürsten Robert Guiscard während seines Feldzuges gegen Byzanz zeigt. Im Mittelpunkt steht ein machtvoller Heerführer, der durch militärische Entschlossenheit, politischen Ehrgeiz und charismatische Autorität geprägt ist. Doch der äußeren Stärke steht eine zunehmende innere und körperliche Bedrohung gegenüber: Robert erkrankt an der Pest, die im Lager ausgebrochen ist und das Heer wie auch die Ordnung der Macht untergräbt. Während Robert versucht, seine Krankheit zu verbergen, um Autorität und Kampfmoral aufrechtzuerhalten, entfaltet sich ein dramatischer Konflikt zwischen Herrschaft und menschlicher Schwäche. Die Angst vor dem Machtverlust, vor Aufruhr und politischem Zerfall zwingt ihn zu Täuschung und Selbstüberwindung. Gleichzeitig zeigt Kleist die Spannungen innerhalb des normannischen Heeres, die Unsicherheit der Gefolgsleute und die Fragilität politischer Loyalität in Extremsituationen. Das Fragment kreist um zentrale Themen wie Macht und Legitimation, Führung in der Krise, Körperlichkeit und Verfall sowie die Unvereinbarkeit von heroischem Anspruch und menschlicher Endlichkeit. Obwohl das Werk unvollendet blieb, entfaltet es eine große dramatische Dichte und gilt als eines der ambitioniertesten Projekte Kleists, in dem sich seine charakteristische Zuspitzung von Konflikten und seine radikale Darstellung existenzieller Grenzsituationen bereits deutlich zeigen. - Tadelloses Exemplar in einem schönen Einband von Roland Meuter. - Lehnacker 4. - Rodenberg 57.

€ 1.200,-

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