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Hauff, Wilhelm.

Mitteilungen aus den Memoiren des Satan. 2 Bände.

München, Hans von Weber Verlag 1919-1920.


19,5 x 14,5 cm. 421 Seiten. Mit zahlreichen Orig.-Lithographien von Gustel Königer. Rotbraune Orig.-Halblederbände mit Rückentitel und Kastenvergoldung, Lederecken und Kopfgoldschnitt. (Signiert: K. Ebert München). - 12. Dreiangeldruck und eines von nur 40 römisch nummerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Van Gelder Velin. Eine der schönsten illustrierten Ausgaben von Hauffs Märchenerzählung. Das Impressum wurde von Gustel Königer signiert. - Das Buch Mitteilungen aus den Memoiren des Satans von Wilhelm Hauff ist ein satirisch-phantastischer Roman, der in ironischer Form Gesellschaft, Moral und Zeitgeist des frühen 19. Jahrhunderts beleuchtet. Der Erzähler ist niemand Geringerer als der Teufel selbst, der vorgibt, aus seinen Memoiren zu berichten und dabei Einblick in menschliche Schwächen, Laster und Abgründe zu geben. In lose miteinander verbundenen Episoden schildert Satan Begegnungen mit unterschiedlichen Figuren und Milieus. Er tritt dabei weniger als klassischer Verführer auf, sondern als scharfer Beobachter, der die Selbsttäuschungen, Eitelkeiten und moralischen Kompromisse der Menschen offenlegt. Besonders im Mittelpunkt stehen bürgerliche Ehrgeizträume, Heuchelei, Machtstreben und falsche Tugendhaftigkeit. Immer wieder wird deutlich, dass das Böse nicht allein von außen kommt, sondern tief im menschlichen Verhalten selbst verankert ist. Hauff verbindet phantastische Elemente mit realistischer Gesellschaftskritik. Der Ton ist zugleich humorvoll, ironisch und bissig, wodurch die Erzählung ihre moralische Schärfe gewinnt, ohne belehrend zu wirken. Der Satan erscheint weniger als dämonische Schreckgestalt, sondern als Spiegel der menschlichen Welt, in dem sich deren Widersprüche und Verfehlungen deutlich abzeichnen. Mitteilungen aus den Memoiren des Satans ist damit ein typisches Werk der romantischen Spätzeit: spielerisch in der Form, kritisch im Inhalt und geprägt von Hauffs feinem Gespür für Satire. Der Text lädt den Leser dazu ein, gesellschaftliche Normen und eigene moralische Gewissheiten zu hinterfragen und hinter die Fassade scheinbarer Tugend zu blicken. - Tadelloses Exemplar in signierten Einbänden des Münchner Buchbinders Karl Ebert. - Rodenberg 417.

€ 1.000,-

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