



Goethe, J. W. v.
Wilhelm Meisters theatralische Sendung.
Berlin, (1921)
28,5 x 20,5 cm. 352 Seiten. Violetter Orig.-Maroquinband mit reicher Rückenvergoldung, Rückentiel u. Deckelfileten. (Signiert H. Fikentscher, Leipzig 1922). - Als Jahresgabe für die Mitglieder der Maximilian-Gesellschaft in 275 Exemplaren erschienen. - Wilhelm Meisters theatralische Sendung von Johann Wolfgang von Goethe ist ein frühes Romanfragment, das die Anfänge von Goethes späterem Bildungsroman Wilhelm Meisters Lehrjahre bildet. Im Mittelpunkt steht der junge Wilhelm Meister, der sich von kleinbürgerlichen Erwartungen und kaufmännischen Pflichten lösen möchte, um seiner Leidenschaft für das Theater zu folgen. Der Text schildert Wilhelms innere Entwicklung und seine wachsende Überzeugung, dass das Theater für ihn mehr ist als bloße Unterhaltung. Es erscheint ihm als Möglichkeit der Selbstverwirklichung, der Bildung und der Auseinandersetzung mit der Welt. Begeistert von Schauspielkunst und dramatischer Dichtung, sucht Wilhelm den Kontakt zu Schauspielern und Theatertruppen und träumt davon, durch die Bühne zu sich selbst zu finden. Dabei gerät er immer wieder in Konflikt mit familiären Bindungen, gesellschaftlichen Erwartungen und eigenen Illusionen über Kunst und Leben. Goethe zeigt Wilhelm als suchenden, idealistischen jungen Menschen, dessen Theaterbegeisterung zugleich Antrieb und Prüfstein seiner Persönlichkeitsentwicklung ist. Das Werk verbindet Reflexionen über Kunst, Erziehung und Lebenssinn mit erzählerischen Episoden aus Wilhelms Alltag und Liebesleben. Obwohl Wilhelm Meisters theatralische Sendung unvollendet blieb, macht der Text bereits zentrale Themen sichtbar: die Spannung zwischen Kunst und Wirklichkeit, zwischen innerem Beruf und äußerer Rolle sowie die Frage nach dem richtigen Weg zur Selbstbildung. - Tadellos erhalten.
