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George, Stefan

Der Siebente Ring

Berlin, Blätter für die Kunst 1907

23,5 x 18,5 cm. 213 Seiten. Mit Buchschmuck von Melchior Lechter, davon 18 Zierseiten. Violetter Orig.-Leinenband mit Rücken- u. Deckeltitel, Deckelvignette und Kopfgoldschnitt. - Erstausgabe und eines von 35 nummerierten Exemplaren der Luxusausgabe auf starkem Japanbütten. Gesetzt aus der Stefan-George-Schrift, gedruckt in Rot und Schwarz bei Otto von Holten, Berlin. Das letzte von Melchior Lechter ausgestattete George-Werk mit den prachtvollen Doppelblättern als Titel und am Schluss sowie vor jedem der sieben Teile, jede Seite mit einer Bordüre versehen. Die umfangreichste lyrische Sammlung Georges mit 184 Gedichten, ganz im Banne des von George als "Maximin" verehrten Max von Kronberg, der 1904 im Alter von nur 16 Jahren starb. Die 21 ihm gewidmeten Gedichte bilden inhaltlich den Mittelpunkt des Bandes. - Zentral ist die Idee eines elitären geistigen Bundes, der sich um den Dichter sammelt. George entwirft eine Gegenwelt zur modernen Massengesellschaft, die er als entseelt, nivellierend und geistlos empfindet. Der „Ring“ fungiert dabei als Symbol geschlossener Vollkommenheit, aber auch als Zeichen exklusiver Zugehörigkeit. Eine besondere Stellung nehmen die Gedichte ein, die dem früh verstorbenen Maximin (Maximilian Kronberger) gewidmet sind. George stilisiert ihn zur mythischen Erlöser- und Jünglingsfigur, in der sich Reinheit, göttliche Nähe und geistige Zukunft verdichten. Diese Gedichte bilden das emotionale und ideologische Zentrum des Bandes und verleihen ihm einen nahezu kultischen Charakter. Tadellos erhalten. - Landmann 267. - Raub A 62. - Wilpert/Gühring 2/34. - Schauer, Band II,14-15 mit Abbildung.

€ 6.800,-

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Bibliophile Bücher sind weit mehr als Träger von Text – sie sind Ausdruck höchster Handwerkskunst und künstlerischer Gestaltung. In unserem Antiquariat finden sich herausragende Werke, die durch ihren kunstvollen Einband, ihre außergewöhnliche Typografie und bedeutenden Verfasser beeindrucken. Viele dieser Ausgaben stammen aus renommierten Pressen wie der Bremer Presse, der Doves Press, der Cranach Presse, Hundertdruck oder der Officina Bodoni – Druckstätten, die sich der buchkünstlerischen Vollendung verschrieben haben.

 

Ein besonderes Augenmerk gilt den Einbänden, die in meisterlichen Werkstätten entstanden sind: Etwa durch Otto Dorfner, dessen streng klassizistische Einbandkunst aus Weimar bis heute Maßstäbe setzt, oder durch Frieda Thiersch, deren fein gearbeitete Leder- und Pergamenteinbände mit Prägungen und goldgeprägtem Rücken zum Schönsten gehören, was die deutsche Buchbindekunst hervorgebracht hat. Auch Arbeiten von E. A. Enders oder Hübel & Denck zeigen höchste Kunstfertigkeit in Materialwahl und Verarbeitung – von Halbleder über Ganzleder bis hin zu geprägtem Pergament mit handgezogenen Kapitalbändern und vergoldetem Schnitt.

 

Dieser Bücher sind in kleinen Auflagen erschienen, reich illustriert mit Originalgrafik, Holzschnitten oder Kupferstichen. Klassiker wie Goethes Faust, Schillers Räuber, Rilkes Sonette oder Werke von Oscar Wilde und Stéphane Mallarmé erscheinen so als Gesamtkunstwerk – Typografie, Illustration und Einband in vollendeter Harmonie. Solche Bücher sind nicht nur literarische Schätze, sondern auch haptisch und visuell eindrucksvolle Kunstobjekte – geschaffen für Menschen, die Schönheit und Qualität zu schätzen wissen.

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