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Die vier Evangelien Markus, Lukas, Matthäus und Johannes

In der Übersetzung von Martin Luther.

Jena, Eugen Dietrichs 1910.

25 x 18 cm. 310 Seiten. Orig.-Pergamentband auf vier durchgezogenen Bünden mit Rückentitel und Kastenvergoldung, reicher Handvergoldungvergoldung auf Deckeln und Kopfgoldschnitt. In Schuber. (Signiert: Otto Dorfner, Weimar). - Der Einfluss der Weimarer Entwürfe Henry van de Veldes auf Dorfners Einbandgestaltung ist hier klar erkennbar. Wie bei dem von van de Velde entworfenen und von Dorfner ausgeführten rot-goldenen Prachteinband der "Zarathustra-Ausgabe" des Insel-Verlages folgt die Deckelornamentierung der Bundeinteilung und gliedert den Deckel vertikal entsprechend der Bünde in Segmente. Gedruckt auf kräftigem Handbütten "van Gelder Zonen" mit dem Dietrichs-Löwen als Wasserzeichen. Rudolf Koch (1876-1934) wirkte seit 1906 in Offenbach in der Schriftgießerei Rudhard, der späteren Firma Gebr. Klingspor. Bald wurden die führenden Buchkunst-Verleger auf sein Können aufmerksam. Eugen Dietrich übertrug ihm die typographische Gestaltung mehrerer Bücher. Die damals bahnbrechend neue Fraktur-Schrift Kochs, die sogenannte "Deutsche Schrift", wurde hier erstmalig verwendet. Auch der Entwurf der Vorsatzpapiere stammt von Rudolf Koch. Im vorliegenden Exemplar wurden diese handkoloriert und goldgehöht. Tadellos erhalten, in einem unikalen Handeinband von Otto Dorfner.

2.800,-

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Bibliophile Bücher sind weit mehr als Träger von Text – sie sind Ausdruck höchster Handwerkskunst und künstlerischer Gestaltung. In unserem Antiquariat finden sich herausragende Werke, die durch ihren kunstvollen Einband, ihre außergewöhnliche Typografie und bedeutenden Verfasser beeindrucken. Viele dieser Ausgaben stammen aus renommierten Pressen wie der Bremer Presse, der Doves Press, der Cranach Presse, Hundertdruck oder der Officina Bodoni – Druckstätten, die sich der buchkünstlerischen Vollendung verschrieben haben.

 

Ein besonderes Augenmerk gilt den Einbänden, die in meisterlichen Werkstätten entstanden sind: Etwa durch Otto Dorfner, dessen streng klassizistische Einbandkunst aus Weimar bis heute Maßstäbe setzt, oder durch Frieda Thiersch, deren fein gearbeitete Leder- und Pergamenteinbände mit Prägungen und goldgeprägtem Rücken zum Schönsten gehören, was die deutsche Buchbindekunst hervorgebracht hat. Auch Arbeiten von E. A. Enders oder Hübel & Denck zeigen höchste Kunstfertigkeit in Materialwahl und Verarbeitung – von Halbleder über Ganzleder bis hin zu geprägtem Pergament mit handgezogenen Kapitalbändern und vergoldetem Schnitt.

 

Dieser Bücher sind in kleinen Auflagen erschienen, reich illustriert mit Originalgrafik, Holzschnitten oder Kupferstichen. Klassiker wie Goethes Faust, Schillers Räuber, Rilkes Sonette oder Werke von Oscar Wilde und Stéphane Mallarmé erscheinen so als Gesamtkunstwerk – Typografie, Illustration und Einband in vollendeter Harmonie. Solche Bücher sind nicht nur literarische Schätze, sondern auch haptisch und visuell eindrucksvolle Kunstobjekte – geschaffen für Menschen, die Schönheit und Qualität zu schätzen wissen.

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