



Burckhardt, Jakob.
Weltgeschichtliche Betrachtungen. Nach der Ausgabe vom Jakob Oeri.
München 1928-1929
29,2 x 19,5 cm. 268 Seiten. Hellbrauner Orig.-Maroquinband mit Rückentitel, zweifacher, geometrischer Deckelvergoldung und Kopfgoldschnitt. - 44. Buch der Rupprecht-Presse. In 150 nummerierten Exemplaren auf Zanders-Bütten in der Cicero Ehmcke Elzevir abgezogen. Sehr breitrandig gedruckte Ausgabe dieses wichtigen Textes zur Kulturgeschichte. - In den Weltgeschichtlichen Betrachtungen entwirft Jakob Burckhardt kein lineares Geschichtsbild, sondern eine skeptische Kulturphilosophie der Geschichte. Er betrachtet Geschichte als Zusammenspiel von Staat, Religion und Kultur, wobei jede dieser Kräfte zeitweise dominieren kann. Fortschritt lehnt er als Illusion ab; Macht erscheint ihm als notwendige, aber gefährliche Konstante menschlicher Geschichte. Burckhardt betont die Fragilität von Freiheit und Kultur und warnt vor der Übermacht moderner Staaten und Ideologien. Geschichte ist für ihn kein Lehrmeister mit klaren Lehren, sondern ein Raum zur nüchternen Erkenntnis menschlicher Grenzen. Der ungeheure Satz "Die Macht ist böse an sich, uns Heutigen in seinem ganzen auch positiven Gehalte erst langsam aufdämmernd, steht in seiner tiefen, lapidaren Resignation erstmalig in diesen Betrachtungen" (Karl Wolfskehl 1928 in einem Prospekt der Presse). Der unsignierte Einband wird von Arnulf Backe nach der Abbildung in "Das Zelt" (Heft 6, S. 23) ausführlich als Originaleinband beschrieben. Tadellos erhalten. - Backe 44. - Rodenberg 536.
