



Slevogt, Max
Die Inseln Wak-Wak. Eine Erzählung aus 1001 Nacht. Mit 54 (effektiv 56) Steinzeichnungen von Max Slevogt
Berlin, Bruno Cassirer 1921
42 x 32 cm. 146 Seiten. Mit 54 Orig.-Lithographien von Max Slevogt. Hellbeiger Orig.-Seideneinband mit Farblichtdruck nach einem Aquarell von Slevogt. In Kassette. - Max Slevogts Lithographien für das Buch "Die Inseln Wak-Wak" zeugen von der schöpferischen Phantasie und technischen Meisterschaft des Künstlers, den man zu den bedeutendsten Vertretern der deutschen Buchillustration des ersten Viertels des 20. Jahrhunderts zählen darf. Sehr schönes Exemplar dieses selten in perfektem Zustand vorkommenden Buches. Eines der vier Hauptwerke des Künstlers, die Rümann namentlich hervorhebt. In 360 nummerierten und im Impressum von Slevogt signierten Exemplaren erschienen. - Die Inseln Wak-Wak ist eine exotisch-phantastische Erzählung aus dem Zyklus von Tausendundeiner Nacht, die den Leser in eine märchenhafte Welt jenseits realer Geografie führt. Im Mittelpunkt steht eine abenteuerliche Seereise zu den sagenumwobenen Inseln Wak-Wak, einem Ort des Wunderbaren, Fremden und Gefährlichen. Die Handlung lebt weniger von einer stringenten dramatischen Entwicklung als von einer Abfolge staunenswerter Episoden: geheimnisvolle Landschaften, fremde Wesen, übernatürliche Erscheinungen und Prüfungen, denen der Held begegnet. Die Erzählung folgt der Logik des orientalischen Märchens, in dem Staunen, Sinnlichkeit und das Unwahrscheinliche selbstverständlich nebeneinanderstehen. Wak-Wak erscheint als Projektionsfläche für Sehnsucht nach dem Unbekannten und als Gegenwelt zur rationalen Ordnung.
Die Lithografien von Max Slevogt sind nicht bloß illustrativ, sondern interpretierend und steigernd. Mit lockerem, zugleich technisch virtuosem Strich übersetzt Slevogt die märchenhafte Atmosphäre in bewegte Bildräume. Seine Zeichnungen betonen das Flüchtige, Traumhafte und Sinnliche der Erzählung: Figuren erscheinen oft in dynamischer Bewegung, Landschaften wirken schwebend und offen, nie statisch oder topografisch festgelegt.
Slevogts Bilder unterstützen den Text, indem sie dessen Fantasiecharakter verstärken und dem Leser visuelle Ankerpunkte bieten, ohne das Märchen festzulegen. Gerade diese Offenheit macht den Reiz aus. - Rümann 25. - Garvey 289. - Eyssen 146. - Schauer, Bd. II, 85 mit Abbildung. - Papiergeänge 34. - Söhn 481-542.
