



Kainz. - Hardt, Ernst. Joseph Kainz.
Verse zu seinem Gedächtnis gesprochen bei einer von seinen Freunden am 20. November 1910 im Neuen Schauspielhause zu Berlin veranstalteten Feier.
Leipzig, Insel-Verlag 1910
24,7 x 17,4 cm. 12 nicht paginierte Seiten. Brauner ecrasierter Lederband mit Deckeltitel und Kopfgoldschnitt. - Eines von 50 nummerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Japan und von Hand in Leder gebunden. Bei einer Seperatvorstellung von Victor Hugos (1862-1885) "Marion de Lorme" im April 1881 wurde König Ludwig II. auf den österreichischen Schauspieler Josef Kainz (1858-1910) aufmerksam. Beeindruckt von dessen Schauspielkunst, lud Ludwig II. den später von ihm so genannten "Didier" im Juni 1881 nach Schloss Linderhof ein. Er verpflichtete Kainz daraufhin zu einer Reise mit ihm in die Schweiz. Ziel der Reise war der Besuch der Originalschauplätze von Friedrich Schillers (1759-1805) Drama "Wilhelm Tell". So sollte der junge Schauspieler etwa auf der Tellsplatte und im Rütlihaus im Kanton Uri Passagen aus Schillers Werk rezitieren. Die Reise dauerte vom 27. Juni bis zum 14. Juli 1881. Für beide endete der Aufenthalt in der Schweiz jedoch in Ernüchterung. Kainz konnte die teils utopischen Erwartungen des Königs nicht erfüllen. Die körperlichen Strapazen langer alpiner Wanderungen und die anspruchsvollen Forderungen des Königs bezüglich des Vortragens der Texte überforderten den Schauspieler. Er verweigerte schließlich die Anliegen des Königs und es kam zum Bruch zwischen Gönner und Günstling. Tadellos erhalten. - Sarkowski 669.
