



Canticum canticorum Salomonis, quod hebraice dicitur Sir Hasirim.
Canticum canticorum Salomonis, quod hebraice dicitur Sir Hasirim.
Leipzig, Insel-Verlag Leipzig 1931
26,5 x 14 cm. 31 Seiten. Mit 11 Orig.-Holzschnitten und 13 Holzschnittinitialen von Eric Gill. Roter Orig.-Maroquinband auf 5 Bünden mit Deckeltitel, umlaufenden Deckelfileten und Kopfgoldschnitt. In Orig.-Schutzumschlag und Orig.-Schuber. (Signiert: O. Dorfner-Weimar) - Druck der Cranach Presse und eines von 60 römisch nummerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Japan und von Otto Dorfner in rotes Maroquin gebunden. Gedruckt in der Jenson-Antiqua in Rot, Schwarz und Braun. - Canticum canticorum (Hoheslied Salomos) ist eine poetische Schrift des Alten Testaments, die in leidenschaftlicher, bildreicher Sprache die Liebe zwischen einer Frau und einem Mann besingt. Anders als viele andere biblische Texte ist das Hohelied kein Lehr- oder Geschichtsbuch, sondern eine Folge von lyrischen Gesängen und Dialogen, in denen sich Sehnsucht, Verlangen, Nähe und Verlust entfalten. Im Mittelpunkt steht die wechselseitige Liebe zweier Liebender, die sich suchen, finden, verlieren und wiederfinden. Die Geliebte spricht ebenso selbstbewusst wie sinnlich von ihrem Begehren, während der Geliebte ihre Schönheit, Körperlichkeit und Einzigartigkeit preist. Naturbilder - Gärten, Weinberge, Tiere, Düfte und Jahreszeiten - durchziehen den Text und verbinden menschliche Liebe mit der Fülle und Lebenskraft der Schöpfung. Die Liebe erscheint dabei als etwas Ganzheitliches: körperlich, emotional und geistig zugleich. Seit der Antike wurde das Hohelied auf unterschiedliche Weise gelesen. Neben der wörtlichen, weltlich-erotischen Deutung entwickelte sich früh eine allegorische Auslegung, in der die Liebenden als Sinnbilder für die Beziehung zwischen Gott und seinem Volk oder - in christlicher Tradition - zwischen Christus und der Seele verstanden wurden. Diese Mehrdeutigkeit macht den Text einzigartig. Er bewegt sich bewusst zwischen sinnlicher Erfahrung und geistiger Bedeutung, ohne sich eindeutig festzulegen. Die bibliophile Leipziger Ausgabe von 1931 hebt diesen Charakter besonders hervor. Die klare, reduzierte Textgestalt lässt die poetische Sprache für sich wirken, während die Holzschnitte und Initialen von Eric Gill den Text nicht illustrativ im erzählerischen Sinn begleiten, sondern seine symbolische und spirituelle Dimension betonen. In dieser Verbindung von Text und Gestaltung erscheint das Canticum canticorum als zeitloses Buch über die Würde, Schönheit und Tiefe der Liebe - zugleich eines der lyrischsten und rätselhaftesten Werke der Bibel. - Makelloses und völlig fleckenfreies Exemplar. - Müller-Krumbach 56. - Sarkowski 1393 A
